Alte Heidekraut-Strecke wird in drei Jahren wieder bedient

Quelle: rbb24.de / Bild: imago/Steinach

Die Heidekrautbahn führte bis zum Mauerbau von Wilhelmsruh hoch in Richtung Barnim durch Schildow und Mühlenbeck. Auf dieser Strecke soll es in drei Jahren wieder rollen, beschlossen nun die Gremien. Und für zwei weitere Strecken gibt es Ausbaupläne.

Die Reaktivierung der sogenannten Heidekrautbahn vom Bahnhof Gesundbrunnen hoch in den Nordosten ist eines von drei neuen Ausbauprojekten des Berliner Umlandverkehrs. Vertreter von Bund, Berlin und Brandenburg sowie der Bahn und des Regionalen Verkehrsverbundes einigten sich am Montag auf die Wiederaufnahme des Verkehrs auf der Strecke über den S-Bahnhof Wilhelmsruh, Schildow (Oberhavel) nach Basdorf (Barnim). Zwei weitere Projekte betreffen den Ausbau des Prignitz-Expresses für eine höhe Zugfolge dort und der Regionalexpress-Linie auf der Spreewaldbahn.

Möglicher Zeitrahmen für die Heidekrautbahn: drei Jahre

Die Heidekrautbahn fuhr bis zum Mauerbau vom S-Bahnhof Berlin-Wilhelmsruh aus, wurde nach dem Mauerbau an der Stadtgrenze zum Bezirk Reinickendorf gekappt und befuhr dann lediglich die Rumpfstrecke nördlich der Berliner Mauer ab Schildow (Oberhavel).

Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos) sagte nun, zunächst gehe es um die Teilstrecke von Wilhelmsruh bis Basdorf, perspektivisch aber dann auch um eine Erweiterung von Wilhelmsruh entlang der S-Bahn-Strecke bis tiefer hinein in das Berliner Stadtgebiet zum Bahnhof Gesundbrunnen. Wann die Züge fahren könnten, ließ Günther offen. Laut Niederbarnimer Eisenbahngesellschaft könnte der Betrieb in zweieinhalb bis drei Jahren aufgenommen werden, weil die Gleise weitgehend erhalten sind.

Aktuell betreibt die NEB (Niederbarnimer Eisenbahn) ebenfalls unter dem Namen Heidekrautbahn eine weiter östlich startende Strecke von Karow (Barnim) hoch nach Basdorf und nutzt dabei ab Schönwalde die alte Heidekrautbahntrasse. Mit dem nun geplanten Ausbau bekämen die am nördlichen Berliner Stadtrand gelegenen Orte Blankenfelde (Bezirk Pankow) und Schildow (Oberhavel) einen Bahnanschluss und auch das Märkische Viertel (Reinickendorf) würde eingebunden.

Nach einem Bericht der Berliner Zeitung gibt es bereits seit Jahren einen Planfeststellungsbeschluss für den Ausbau des S-Bahnhofs Wilhelmsruh zum Regionalbahnhof, der bis 2021 gilt.

Oberhavel-Landrat ist begeistert

Der Landrat von Oberhavel, Ludger Weskamp (SPD), begrüßte den nun beschlossenen Heidekrautbahn-Ausbau. Damit hätten die Bewohner der Region dann auch weitere Pendler-Alternativen für ihre Arbeitswege nach Berlin, sagte er im rbb. Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider allerdings zeigte sich skeptisch hinsichtlich der schnellen Umsetzung der beschlossenen Pläne: „Planungen dauern eben eine Zeit lang und dann gibt es auch noch die Plangenehmigung oder die Planfeststellung. Das müssen wir jetzt hintereinander schaffen.“

Prignitz-Express soll öfter fahren und die Spreewaldbahn bekommt den Halbstundentakt

Bei den weiteren Beratungen wurde beschlossen, den Regionalexpress 6, also den sogenannten „Prignitz-Express“ zwischen Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) und Kremmen (Oberhavel) tagsüber zweimal pro Stunde statt bisher einmal stündlich fahren zu lassen. Dafür werde nur die Strecke dorthin ausgebaut. Die Strecke war in den 1990er-Jahren saniert worden, allerdings waren damals wohl aus Kostengründen viele Weichen entfernt worden, von denen es nun so einige wieder braucht. Die Bahnhöfe Kremmen und Wustrau-Radensleben sollen nun wieder zu Kreuzungsbahnhöfen werden, wo sich Züge begegnen können.

Das dritte nun beschlossene Projekt, der Ausbau des Bahnhofs Königs Wusterhausen für eine höhere Zugfolge auf der Spreewaldbahn, ist nach Angaben des Verkehrsverbundes bereits weit gediehen. Der Bau eines zusätzlichen  Gleises sei hier nun vorgesehen, um bisherige Engpässe zu beseitigen. Der Zugverkehr zwischen Berlin und Lübbenau könne dann halbstündlich rollen. Laut den Beratungen ist hier der Abschluss der Arbeiten für das Jahresende 2022 vorgesehen.

Sendung: rbb aktuell, 18.06.2018, 21.45 Uhr


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