Bürgerstimme: Herr S. aus Schildow

Der Ausschuss „Heidekrautbahn“ hat gestern wieder getagt. Man man man.

Es war enttäuschend mitzubekommen, dass sich in den letzten zwei Wochen nix getan hat. Bis auf ein dreiseitiges Entwurfsschreiben mit den Zuarbeiten, welches an die NEB gehen soll und nochmal diskutiert wurde. Unsere Oberste Riege trägt nichts dazu bei, dass das Projekt Heidekrautbahn überhaupt ein Mehrgewinn für die Gemeinde werden kann. Es herrscht eine Hilflosigkeit und Minderinteresse!

Seit Monaten drängt weisst die Bürgerinitiative darauf hin, dass wir zügig handeln müssen. In zahlreichen Schreiben und E-Mails an die Fraktionen und dem Bürgermeister haben wir darum gebeten anzupacken, zu pokern und das Beste rauszuholen – unzwar jetzt! Was ist passiert? Nichts!

Selbst die NEB hatte bereits im Februar/März darauf hingewiesen, dass Sie auf Zuarbeiten aus der Gemeinde wartet. Jetzt kucken sich doch tatsächlich alle überrascht an, das es so schnell gehen muss. Man hörte gestern „na dann planen wir mal, schauen mal und müssen diskutieren“. Leute habt Ihr es nicht verstanden? Selbst die NEB hat gestern nochmal ausdrücklich gesagt, dass es für eine umfangreiche Variantenuntersuchung zu spät ist. Das hätte bereits In der Vorplanung passieren müssen!

Lieber Herr Bürgermeister und liebe Verwaltung bei dem Projekt Heidekrautbahn haben Sie versagt! Sie haben sich vorführen und blenden lassen.

Die NEB hatte eine Frist bis zum 30.06.2019 genannt. Bis dahin hätten Sie handeln müssen! Nun – Mitte Juni – 14 Tage vor eigentlichem Fristablauf – wurde ein Planungsbüro beauftragt welches selbst bei der umfangreichen Vorstellung, als würde man die Domplatte komplett neu gestalten wollen, gestern gesagt „es ist zeitlich zu knapp, aber wir versuchen etwas.“ Und „Schade, dass wir nicht schon früher eingebunden waren!“.

Herr Bürgermeistern haben Sie tatsächlich geglaubt, dass jetzt noch ausreichend Zeit ist? Wo sind die Unterlagen der NEB gewesen/geblieben? Warum haben Sie nicht schon, wie zugesagt im März bei der Veranstaltung der NEB in Mühlenbeck das Planungsbüro beauftragt? Haben Sie tatsächlich geglaubt, das in 14 Tagen was bewegt werden kann? Was haben wir als Gemeinde dafür getan um das Projekt vorrangigst zu treiben? Haben wir als Gemeinde uns um alternative Finanzierungsmittel für Lärmschutz etc gekümmert? Haben Sie mit Ihren verbündete in der Politik das Thema Wasserstoff vorrangigst gebracht?

Welch Glück dass die Bürgerinitiative sich für eine Fristverlängerung vom 30.06 bis zum 30.09.2019 stark gemacht und offenbar die Einzigste Seite ist, die sich traut auch kritische Worte zu äussern. Allein wäre wieder keiner darauf gekommen. Dies wurde gestern von der NEB auch zur Kenntnis genommen und der 31.07.2019 schonmal zugesagt. Wir werden weiter auf den 30.09.2019 drängen sofern tatsächlich nun endlich mal der Winterschlaf beendet ist und angepackt wird.

Als der Chef des Planungsbüros gestern so erzählt hat worauf es alles ankommen und was die HKB für Nebenbaustellen mit sich bringen wird haben wir unsere Meinung bestätigt bekommen. Wer geglaubt hat: Strecke da, Züge los! Der ist schief gewickelt. Anbindungen des vorhandenen öffentlichen Nahverkehrs, Umplanung in Strassen und Gehwegführung, Fahrradwege, Schranken, Übergänge, Bahnhöfe und Haltepunkte, pi pa po. Das komplette Bukett planerischer Leistung wird sich hier Zeiten.

Das, spätestens, war der nächste Punkt bei dem die Beteiligten festgestellt hatten, dass es nicht bei den ca. 1 Mio. Kosten für die Gemeinde bleiben wird. Denn aufgemerkt! Die Bürgerinitiative hat bereits seit Monaten darauf hingewiesen, dass wir uns mindestens bei 3-4 Millionen Gemeindekostenanteil oder höher für alles bewegen werden. Da hat man offenbar seine Hausaufgaben nicht gut genug gemacht, wenn man hoffte, dass die NEB die Zahlen für alle Arbeiten dotiert hatte. Nö, die NEB hatte natürlich nur die Kosten für den Anteil die sich auf dem Eisenbahnkreuzungsgesetz ergeben beziffert.

Die NEB und die Verwaltung streiten sich darum wann wer welche Unterlagen bekommen hat. Die NEB sagt, dass die Planungsunterlagen der Vorplanung seit Februar den Gemeinden auf den Tisch gelegt wurden – die Verwaltung sagt, es liegt nichts vor. Und das Beste – die Ausschussmitglieder und GV´ler haben auch nix – sollen aber abstimmen. Komisch ist nur, das Wandlitz angeblich auch alles bekommen hat und auch da ist der Verwaltung nichts bekannt. ?!?!?!? Hier sind wir nebenbei erwähnt mit der Bürgermeisterin sehr eng in Kontakt obwohl es nicht unsere Gemeinde ist.

Und jetzt kommts. Für alle Kritiker oder Gegner die an der Bahn wohnen und sich bisher immer mit dem Satz „ja, Sie wohnen ja an der Bahn – Sie hätten es wissen müssen, dass die HKB wieder kommt“ diskreditieren haben lassen müssen. Das Bauamt unserer Gemeinde hat gestern auf die Frage hin „Warum der Kastanienhof Ende des letzten Jahr noch eine Genehmigungen für eine Erweiterung des Aussenbereiches erhalten hat?“ Mitgeteilt, dass man Ende letzten Jahres ja nicht nicht wissen konnte, dass die HKB wieder reaktiviert wird. 😀 😀 😀

Weiterhin haben wir gestern feststellen müssen, dass sich offenbar nicht alle mit dem Thema überhaupt eingehend beschäftigt haben. Fragen wie „Was ist eine Vollschranke“, „Warum brauchen wir überhaupt eine Anbindung und Umsteigemöglichkeit an die S8“, „Die DB sollte den S-Bahnhof zur HKB verschieben“, „Parkplätze im Naturschutzgebiet“ zeugen nicht von besonderer hingäbe und Kompetenz.

Wir fordern weiterhin auf, den Ausschuss mit Fachkompetenz zu besetzen. Denn es geht, wie gemerkt, um eines der größten Einschnitte in das Gemeindeleben!

Dennoch freuen wir uns, dass es „nun“ endlich ans Werk geht.

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